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MILANO - 28-5-2026 -- Die sechsstündige Sperrung der Simplon-Eisenbahnstrecke zwischen Brig und Domodossola vor einigen Tagen hat gezeigt, wieviele Menschen davon betroffen waren: Laufend brachten eintreffende Züge aus Mailand immer mehr Reisende
in den Bahnhof Domodossola von dem aus zuerst nur drei Autobusse zur Weiterfahrt nach Brig gab. Ein Chaos war die Folge. Der Güterverkehr war zudem eingestellt, was die Endkunden verärgerte.
Vergessen wir nicht was wäre, wenn - anstelle der nun 120-jährigen Simplon-Eisenbahn - wie am Brennerpass, eine Autobahn durch die Alpen führen würde. Täglich 6000 grosse Lastwagen und gegen 40'000 Privatautos würden durch
die Provinz Verbano-Cusio-Ossola fahren und dies zum starken Lokalverkehr zwischen dem Ossola und dem Lago Maggiore und weiter nach Mailand, Novara und Turin!
Die seit Jahren eingeschränkte Kapazität der internationalen Simplonbahn - die ihr «120 Jahre Jubiläum» feiert- war Thema eines gut besuchten Studien-abends im «Centro Svizzero» in Mailand mit 17 engagierten Politikern aus beiden Ländern und Fachleuten aus dem Verkehrssektor. Unabhängige Teilnehmer sprachen anerkennend davon, dass die 17 kurzen Referate inhaltlich ausgezeichnet und zukunftsorientiert waren.
Zudem wurde der zwar bereits 45 Jahre alte Film «Simplon-Simplon-Sempione» gezeigt, welcher aber die Aktualität des Anlasses unterstreicht oder noch besser
folgerichtig zusammenfasst. Damals, 1981, war es klar, dass die internationale Simplonstrecke nur mit zielgerichteten Investitionen eine Zukunft haben würde. Die Rhonetalstrecke von Brig bis zum Lac Leman wurde auf 140-160 km/h umgebaut und die Lötschbergstrecke -von 1913- auf Doppelspur ausgebaut. Die Bauarbeiten waren schwierig, aber die Strecken wurden für den Verkehr immer offengehalten, mit allen damals vorhandenen Sicherheitsmassnahmen und ohne Schäden an Menschen und Material.
Auf der italienischen Seite des Simplons wurde für 500 Milliarden Lire (heute 258 Millionen Euro) ein grosser Rangierbahnhof vorbereitet, welcher aber so nie in
Betrieb genommen werden konnte, da sich die italienischen Bahnen aus dem Einzelwagenverkehr zurückzogen. In die Lücke sprangen schweizerische und deutsche Gütervekehrs-Unternehmen, welche mit der finanziellen Unterstützung des Bundesamtes für Verkehr in Bern, den Standort im kombinieten Verkehr Schiene-Strasse ausbauen konnten.
Wo stehen wir jetzt? Dies war die Frage, welche sich die Referenten und Teilnehmer am Symphosium in Mailand stellten. Die Antworten waren sehr klar, sei es vom Staatssekretär des Präsidenten der Region Piemont Alberto Preioni, dem Präsidenten der Provinz VCO, Giandomenico Albertella, dem Vizepräsidenten des Staatrates des Kantons Wallis, Franz Ruppen sowie den beiden Nationalrätinnen aus der Romandie, Delphine Klopfenstein-Broggini und Brenda Tuosto: «So kann es nicht weiter gehen, es ist Zeit, dass die höchsten Behörden beider Staaten den Ausbau der Simplon-Linie für den europäischen Personenschnell- und den Güterverkehr fördern. Dazu gehört auch der internationale Regionalverkehr zwischen dem Wallis, dem Lago Maggiore und dem Flughafen Malpensa.
Der anwesende CEO von Trenord, Andrea Severini, teilte diese Ansicht. Dafür hat sich auch bereits das lombardische Parlament sowie der Assessore (Minister) für den Verkehr der Region Lombardei, Franco Lucente, ausgesprochen. Wir kommen später noch einmal auf die diversen Vorschläge, die am Abend präsentiert wurden, zu sprechen. Das Thema ist zu wichtig, um kurz abgehandelt zu werden. OUESTRAIL, die Lobby der Westschweizer Kantone und alle Verantwortliche des Projektes INTERREG SIMPLON sind an der Arbeit.
Walter Finkbohner

