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alba zurigo rigi

ZURICH--In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag, 20./21. Mai 2022 fand nach vielen Jahrzehnten wieder eine “Sonnenaufgangsfahrt auf die Rigi” nach dem Vorbild der früheren «Gesellschafts-Exkursionen» statt. Die einmalige Reise war eine Aktion im Rahmen des 175-Jahr-Jubiläums der Bahnen in der Schweiz und mit 120 Teilnehmern schnell ausverkauft.

Die abwechslungsreiche Reise durch die Nacht hatte sich für die Reisegäste gelohnt. Das Erleben der Morgendämmerung gegen Halb 5 Uhr und dann der spektakuläre Sonnenaufgang um genau 5.45 Uhr - begleitet von einem Alphornkonzert - waren einmalig. Auch der Besuch des nächtlichen Orgelkonzert in der Kirche zu Rothenthurm mit der fast theatralischen Besichtigung des von Napoleon III im Jahre 1865 gespendeten 5 Meter hohen und 4 Meter breiten Leuchters mit 96 Kerzen wird in Erinnerung bleiben. Die Fahrt auf die Rigi wurde im Rahmen des 175-Jahr-Jubiläums der Schweizer Bahnen von der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft, der Schweizerischen Südostbahn AG (SOB) und den Rigi Bahnen einmalig wieder durchgeführt.

Ab 3.18 Uhr lichtete sich die rabenschwarze Nacht und die Morgendämmerung begann den Alpenwall in einem fahlen, noch grauen Licht zu zeigen. Auch die Geografie des Mittellandes liess sich immer besser erkennen. Aber erst gegen 4 Uhr zeigten sich die Seen mit ihren silbernen Wasserflächen.

Dann endlich, um 5.45 Uhr zeigten sich der ersten Sonnenstrahlen hinter dem Alpenwall. Sie erhellten die nachtmüden Gesichter die auf einen Schlag. Sie hatten es geschafft – die Sonne belohnte die durchwachte Nacht unter dem Halbmond.

Wie schon im fernen Jahre 1897 stach das Zürichsee Extra-Schiff eine halbe Stunde vor Mitternacht vom Zürcher Bürkliplatz in See: An Bord die Schicksalgemeinschaft für eine zu durchwachende Nacht. Kapitän Michael Schäfer begrüsste seine Gäste an Bord, gefolgt von Intitiator der Reise, Walter Finkbohner, welcher über die Vergangenheit der Zürcher Sonnenaufgangsfahrten auf die Rigi seit 1897 erzählte, beginnend mit Conrad Ferdinand’s Gedicht «Das Spätboot» das eben auf dem gleichen See die Wellen pflügte. Die Fahrt auf die Rigi wurde im Rahmen des 175-Jahr-Jubiläums der Schweizer Bahnen von der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft, der Schweizerischen Südostbahn AG (SOB) und der Rigi-Bahnen einmalig wieder durchgeführt. Die Bordküche wurde - dies ist buchstäblich zu nehmen - nicht müde den Gästen ein Mitternachtshäppchen zu servieren. Die letzten «Bierli» gingen noch dann über den Bar-Tresen als linkerhand die Insel «Ufenauf» vorbei glitt.

In der Rosenstadt Rapperswil erwartete der elegante SOB «Voralpen-Express» die Reisegemeinschaft und bot jedem Gast mindestens drei Plätze zum Ausruhen an. Dies ganz anders als im Jahre 1948 als die Gäste im engen «SOB Glaskasten» nah beisammensitzend die Steigung hinauf zum «Sattel» unter die Räder nahmen.

Die Ruhezeit war kurz, denn bereits um 2.23 Uhr lockte der vielen unbekannte Leuchter Napoleons III in der grossen Pfarrkirche von Rothenthurm, die gleich neben dem SOB-Bahnhof gelegen ist. Begleitet vom Bimbeln der auf den Weiden grasenden Kühen tönten leise Orgeltöne aus der schwach beleuchteten Kirche mitten in die Nacht. Wohl sah man oben am hohen Kirchenschiff den Leuchter, aber die Kerzen waren noch nicht angezündet: Dann spielte die Orgel ein Crescendo und der Leuchter schwebte langsam ins Kirchenschiff hinunter. Nur so konnten die Gäste auch den emaillierten Text aus dem Jahre 1865 lesen: «Donné par Napoleon III, Emprereur des Francais» in Erinnerung an seine Jugendzeit, als das Kloster Einsiedeln seiner Mutter und ihm viel Mut gaben.

In ruhiger Fahrt wurde anschliessend Arth-Goldau erreicht, wo der Rigi Bahn Extrazug für die Bergfahrt die Gesellschaft übernahm. Einige Nachtschwärmer liessen es sich nicht nehmen kurz den weltweit ersten elektrifizierten Triebwagen aus dem Jahre 1906 zu besichtigen, der immer noch in Betrieb ist und auf dem historischen Hochperron aufgestellt war. Nicht wenige Gäste wurden auf der Fahrt mit der Rigi Bahn vom Schlaf übermannt, bis dann an der Endstation Rigi Kulm die kühle Bergluft zum Aussteigen animierte.

Pünktlich um 3.18 Uhr begann die Morgendämmerung und vom Kulm her ertönten Alpenhornklänge über die frühmorgendlichen Bergwiesen. Und dann, genau wie errechnet, brachen um 5.44 Uhr die ersten Sonnenstrahlen hinter dem Alpenkranz hervor.

Wunderschön der Sonntagmorgen am Himmel, zusammen mit dem Spiel der noch vom Samstag stammenden Gewitterwolken.

Die Müdigkeit war verschwunden, dank einem Frühstück, der Sonne und der feinen Bergluft. Wer sich dennoch nach etwas Schlaf im eigenen Bett sehnte, der konnte den Früh-Extrazug nach Arth-Goldau besteigen, wo die Nachtschwärmer in alle Himmelsrichtungen nach Hause aufbrachen.