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Am 21. Juni der längste Tag des Jahres: über 15 Stunden Licht auch im Wallis

BRIG - 20-6-2026 -- "Odio l'estate" ("Ich hasse den Sommer") sang Bruno Martino. Es war das Jahr 1960, und der Liedermacher beschrieb auf poetische Weise, wie die schöne Jahreszeit die Saison der unerfüllten Versprechen sei – und es bis heute ist. Doch eigentlich ist die Sache rein astronomisch.

Die Sommersonnenwende 2026 fällt auf 10:24 Uhr am Sonntag, dem 21. Juni: Es ist der genaue Moment, in dem die Sonne ihren höchsten Punkt am Himmel erreicht und uns den längsten Tag des Jahres schenkt. Im Gegensatz zum meteorologischen Sommer, der konventionell am 1. Juni beginnt und sich an den Durchschnittstemperaturen orientiert, folgt die Sonnenwende einer präzisen Konstellation zwischen Erde und Sonne.

Der Grund ist einfach: Die Erde dreht sich mit geneigter Achse um die Sonne. Wäre dies nicht so, wären alle Tage des Jahres gleich lang. Während der Sommersonnenwende befindet sich die nördliche Hemisphäre an jenem Punkt ihrer Bahn, an dem sie die maximale Sonneneinstrahlung erhält. Von nun an werden die Tage allmählich wieder kürzer.

Was die Uhrzeiten betrifft, unterscheiden sie sich leicht von Region zu Region: Im Wallis geht die Sonne gegen 5:33 Uhr auf und gegen 21:30 Uhr unter, was über 15 Stunden Tageslicht bedeutet.

Eine Kuriosität: Der Begriff "Sonnenwende" kommt vom lateinischen solstitium und bedeutet "stillstehende Sonne", denn in diesem Moment scheint das Gestirn innezuhalten, bevor es seinen langsamen Abstieg in Richtung Herbst beginnt. Während für Astronomen der Sommer also tatsächlich am 21. Juni beginnt, hat er für Meteorologen längst begonnen, für Schülerinnen und Schüler fällt er mit dem letzten Schultag zusammen, und für Berufstätige kommt er oft erst mit den Ferien.