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SIMPLON--In diesen Tagen bin ich in Rom bei spätsommerlichen Wetter am Verkehrsministerium vorbei gegangen: auf den blitzblanken, neuen Messingtafelnstand findet die neue Bezeichnung „Ministero delle infrastrutture e della mobilita sostenibile“. Fantastisch, genau das ist das Gebot der Stunde. Sich mit wenig Energie bequem bewegen zu können und erst noch zu tiefen Kosten
da sind wir alle einverstanden.
Vorbildlich wurde vor dem eleganten Eingang des Ministeriums ein neuer Veloweg der Via Nomentana gebaut. Doch nach wie vor braust der benzin- oder dieselgetriebene private Verkehr um den Palazzo des Ministeriums.
Unweigerlich dachte ich an das kleines Dorf der Gallier in den Büchern von Asterix und Obelix, wo vieles anders als in Rom war:
Die neusten Zahlen von OUESTRAIL zum Verkehrsverhalten der Schweizer und der in der Schweiz arbeitenden Bewohnern des Ossola zeigen darauf hin, dass die bereits 115 Jahre alte Simplonbahn den grössten Teil des Verkehrsaufkommens bewältig, notabene mit 90% erneuerbaren Elektrizität.

Täglich reisen im Jahresdurchschnitt 4900 Personen mit dem «Lötschberger BLS», und den Eurocity Zügen der SBB sowie den Autozügen von Domodossola nach Brig und zurück. Die Zahlen sind -trotz dem Rückgang in der Pandemie- wieder am Steigen begriffen, die Reiselust ist zurück.

Ist das nicht eine Aufforderung den öffentlichen Verkehr auch im Ossola und Lago Maggiore zu auszubauen, so wie es der Kanton Wallis bereits tut? Das «Ministerium» in Rom, spricht ja von der «mobilità sostenibile», der nachhaltigen Mobilität, und stellt dafür auch grosse Summen zur Verfügung.

Hoffen wir dass die Region Piemont und die Provinz Verbano-Cusio-Ossola die
Zeichen der Zeit versteht, und ihr öffentliches Verkehrsnetz intelligent ausbaut.

Auch im Güterverkehr ist die Simplon-Lötschberglinie ein grosses Beispiel: 258 grossen Lastwagen stehen bis 110 Güterzüge mit bis 750 Meter Länge gegenüber.
Kaum zu denken, wenn diese Güter alle mit Lastwagen transportiert würden.
Die Luftverschmutzung würde wie an der Brennerautobahn die Lebensqualität
massgebend verschlechtern. Allerdings sind die Gefahrentransporte mit Lastwagen auf der Simplonstrasse nach wie vor ein Problem, das der Bundesrat bis zum Jahresende 2021 prüft und dann einen Entscheid treffen wird.

Die Eidgenossenschaft hat übrigens dieser Tage ihre Zukunftsplanung im bessern Gebrauch des Territoriums und der Mobilität bis ins Jahr 2050 vorgestellt. Es ist wichtig zu wissen, in welcher Welt unsere Kinder und Enkel ihr Leben verbringen werden.
Und noch zum Schluss: das System Eisenbahn braucht sechs mal weniger Energie
als Strassenfahrzeuge: die fehlende Reibungsresistenz zwischen Stahlrad und Stahlschiene macht dies möglich, die Züge gleiten …

Walter Finkbohner