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DOMODOSSOLA - 24-9-2025 -- Domodossola hat mit dem Verzicht auf eine traditionelle «Waren-Messe» den richtigen Weg gewählt, denn aufwendige Ausstellungen mit Waren aller Art haben es schwer, ihre Zeit scheint abgelaufen. Das Organisationskomitee hat ein reiches Programm aufgestellt, bei denen es um wichtige Probleme des täglichen Lebens im Ossola geht. Man will Vergleiche mit den beiden Nachbarkantonen Wallis und Tessin aufzeigen.  Sindaco Lucio Pizzi konnte zum Thema «Mobilität» auch den Präsidenten der Regierung des Piemonts, Alberto Cirio, und den Präsidenten des Regierungsrates des Kantons Tessin, Norman Gobbi, sowie die Stadtpräsidenten von Brig-Glis und Locarno begrüssen. Für den Kanton Wallis war der Leiter des öffentlichen Verkehrs Stefan Burgener am Rednertisch.

Burgener verantwortet jährlich mit 100 Millionen Franken das reibungslose Funktionieren der vielen Regionalzüge, Postautos und über 500 Seilbahnen (!) im Kanton Wallis. Sie bedienen die 366'000 Einwohnern sowie -je nach Jahreszeit- die vielen Touristen aus aller Welt, die im Wallis übernachten, oder als Tagesausflügler mit den schnellen Zügen aus der Deutschschweiz und der Romandie anreisen.

Mit anderen Worten: Im Wallis kann man -wenn man will- auch ohne den Besitz eines Autos leben: Es steht meist ein Zug oder Bus zur Verfügung.  Wie ist das möglich? Wie können Familien im Wallis auf den teuren Besitz von mehreren Autos für Söhne und Töchter verzichten? Dank gut organisierten «Reiseketten» ohne lange Aufenthaltszeiten in den Bahnhöfen, mit einer grossen Verlässlichkeit und Pünktlichkeit ist das Reisen vielfach nicht länger als mit dem Auto. Und man muss sich nicht um einen Parkplatz, Versicherungen oder den Benzinkauf kümmern.

Im fernen Jahr 1987 haben die Schweizer an der Urne dem Projekt «Bahn und Bus 2000» zugestimmt, mit welchem der Bevölkerung ein kundennahes öffentliches Verkehrssystem versprochen wurde

«Dies wurde erfüllt, ist aber nicht gratis» sagte der Stadtpräsident Mathias Bellwald von Brig-Glis. Seine Stadt investiert jährlich über eine Million Franken für den Postautoservice mit 4 Buslinien, welche auch das Spital und den Bahnhof, wie die Aussenquartiere und die Gemeinde Naters bedienen. Für Domodossola ist dies noch ein Traum, denn dort können das Spital und der Bahnhof nur im Auto oder zu Fuss erreicht werden.

In der Diskussion gab es auch eine falsche Überlegung zum öffentlichen Verkehr zu korrigieren: Busse und Züge stehen nicht nur am Morgen und Abend den Pendlern und Schülern zur Verfügung, sondern sie dienen über den ganzen Tag Touristen aus der Schweiz, welche mit ihren Billetten die Kosten für das ganze öV System senken. Im Piemont hingegen ist der öffentliche Verkehr tagsüber und in den Schulferien eingeschränkt, währenddem die Kosten für das Personal und die Fahrzeuge weiterlaufen. Ein Beispiel dafür:  Täglich treffen im Bahnhof Domodossola gut frequentierte Züge mit Touristen aus Brig und Bern ein, die in und um Domodossola einkaufen essen oder übernachten. Aber auch immer mehr Ausflügler aus Italien entdecken mit dem «Trenino verde delle Alpi BLS» das Wallis und das Berner Oberland. Ein Gewinn für beide Seiten des Simplons.

Walter Finkbohner