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MILANO - 3-11-2025 -- Im grossen Saal des “Centro Svizzero” im Zentrum von Mailand fand, in den letzten Oktobertagen, die Verkehrskonferenz der italienischen «Vereinigung für die Hochleistungs-Eisenbahn-Strecke auf der Gotthard-Achse (ACG») statt. Ziel des Treffens war Klarheit zu schaffen, wo und wie das Bahnnetz zwischen Italien und der Schweiz für die Zukunft leistungsfähiger gemacht werden soll. Zum ersten Male weitete ACG ihren Blickwinkel auch auf die Simplon/Lötschberg Achse, welche mit dem Lötschberg Basistunnel eine starke Position hat. Die oft veralteten Bahnanlagen auf der Südseite des Simplons hingegen brauchen einen wichtigen Erneuerungsschub.

Der Anlass wurde durch den Schweizer Generalkonsul Stefano Lazzarotto eröffnet, der an die Volksabstimmungen in der Schweiz erinnerte, welche den Bau der bereits mit Erfolg im Betrieb stehenden Basis-Tunnels des Lötschbergs (37 km 2007), des Gotthards (57 km, 2016) und des Monte Ceneri (15 km, 2020) ermöglichten.

Franco Lucente, Verkehrsminister der Region Lombardei, zeigte wie stark seine Region in den vergangenen Jahren mit dem Neubau diverser Bahn- und Tram-Strecken, die Mobilität von den überlasteten Strassen auf die Eisenbahn verlagern will. Nicht zuletzt wird dies auch mit der Eröffnung der kurzen, aber wichtigen Verbindungslinie vom Flughafen Malpensa zur Simplonstrecke ins Wallis der Fall sein.

Der Staatssekretär des Präsidenten der Region Piemont, Alberto Preioni, übernahm die Argumentation seines lombardischen Kollegen und zeigte mit Nachdruck auf, dass zwischen dem 120-jährigen Simplontunnel und Domodossola, eine leistungsfähige Streckenführung für die heutigen und zukünftigen Anforderungen notwendig ist. i                                                                                                                                                                                                                                       

Der Streckenausbau muss volkswirtschaftlich den beiden Ländern Italien und Schweiz echte Vorteile bringen, wie auch den durchfahrenen Regionen.  Zurzeit werden sehr viele Güter auf dem Seeweg zu den Nordwesteuropäischen Häfen wie Antwerpen, Rotterdam und Hamburg gefahren, die dann über 800 und 1000 Kilometer nach Süddeutschland und der Schweiz zurücklegen müssen. Der kürzere Weg von den Ligurischen Häfen nach der Schweiz und Süddeutschland ist um die Hälfte kürzer und wird die Transportkosten senken.

Richtigerweise wurde erwähnt, dass es nicht nur um den Bau von Infrastrukturen geht, sondern dass die Bahnen mit der Hilfe von zukünftigen Angebots-Fahrplänen den Bahnverkehr so simulieren können, dass er der Bevölkerung und der Wirtschaft einen Mehrwert geben wird. Dabei stehen nicht mehr nur grosse Infrastruktur-Projekte im Vordergrund, denn mit smarten-digitalen Stellwerken und der direkten Beeinflussung der Fahrt der Züge, wird die Leistungsfähigkeit sensibel erhöht. 

Beispiele dazu zeigte der Direktor der schweizerisch/italienischen TILO, Denis Rossi, dem führenden Bahnunternehmen zwischen dem Tessin und der Lombardei. Mit einem dritten Gleis und modernen digitalen Signaleinrichtungen vom Raum südlich von Como bis Monza, kann das Angebot verdoppelt werden. Auch in Richtung des Simplons und des Wallis wird die bald zu eröffnende Bahn-Strecke direkt vom Flughafen Malpensa aus, neue Angebote ermöglichen. Damit kann der chronische Stau auf den Strassen umfahren werden.

Die Vertreter der Handelskammer und der «Assolombarda» aus der Provinz Varese schlagen ebenfalls einen verbesserten öffentlichen Verkehr vor. Sie haben im Kontakt mit der Bevölkerung festgestellt, dass der Besitz von Autos für die Familien finanziell immer mehr zu einer grossen Belastung wird und das Verlangen nach guten Bahn/Bus Angeboten wichtiger geworden ist.

Präsident der ACG, Luigi Legnani, erinnerte zum Abschluss der Tagung daran, dass die Region Lombardei im Zeitraum von 2019 bis 2031 über 14 Milliarden Euro in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs investieren wird.

Mit anderen Worten, «der Zug zur Erneuerung hat sich in Bewegung gesetzt» und die Zeit ist reif, um sich zu überlegen, was die Einwohner und die Wirtschaft im Territorium zwischen der Schweiz und Norditalien für die Mobilität der Personen und Güter erwarten: «Affaire à suivre».

Walter Finkbohner